Riesenbärenklau bzw. Herkulesstaude
Der Riesenbärenklau wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Kaukasus nach Mitteleuropa gebracht und breitet sich seitdem rasant aus. Gute Bedingungen findet der Riesenbärenklau auf Brachflächen und an Uferrandstreifen. Eine Pflanze vermehrt sich mit bis zu 50.000 Samen, die bis zu 10 Jahren keimfähig sind. Die leichten und schwimmfähigen Samen verbreiten sich überwiegend entlang von Gewässern, Straßen und Gleisen.
Der Pflanzensaft des Riesenbärenklaus enthält für den Menschen (und Tiere) stark reizende Inhaltsstoffe. Diese können unter Einwirkung von Sonnenlicht zu Rötungen und Verbrennungen führen. Allergische Reaktionen können zu Kreislaufproblemen und zu Atemnot führen. Daher sollte der Hautkontakt mit der Pflanze vermieden werden.
Aus naturschutzfachlicher Sicht führt der Riesenbärenklau zu schwierigen Herausforderungen, da sich durch überlegene Vermehrungs- und Ausbreitungsstrategien in wenigen Jahren große Bestände bilden und sich schließlich unkontrollierbar auszubreiten. Darüber hinaus unterdrückt der Riesenbärenklau jeglichen Unter- und Nachbarbewuchs und verdrängt somit vollständig die heimische Flora, was zu einer Verminderung der Artenvielfalt und zu Biotopzerstörungen führen kann.
Woran erkenne ich den Riesenbärenklau?
Verwechslungsgefahr mit dem Riesenbärenklau besteht vor allem mit dem heimischen Wiesen-Bärenklau. Der heimische Wiesen-Bärenklau hat z.B. abgerundete Blätter und ist insgesamt deutlich kleiner als der Riesenbärenklau.
Steckbrief Riesenbärenklau:
- Stängel:
Der Stängel ist hohl und gefurcht und hat in Bodennähe einen Durchmesser von 10 cm. Im unteren Bereich ist der Stängel häufig rot gefleckt.
- Blatt:
Sehr groß, 1 m (selten 2 m lang), 3 – 5 teilig gegliedert, Unterseite kurz behaart.
- Blüte:
Die Blüte besteht aus vielen weißen Einzelblüten mit ca. 12 mm langen Kronblättern. Die Blütendolden sind insgesamt 30 – 150 strahlig und bis zu 80 cm breit. Blütezeit: Juni bis August.
- Höhe:
2 m bis 4 m
- Entwicklung:
Die Pflanze ist 2-3-jährig. Der Blütenstand erscheint im 2. oder 3. Lebensjahr (danach stirbt die Pflanze ab). Bei Beseitigung des Blütenstandes wird versucht, eine Notblüte auszubilden. Die Pflanze vermehrt sich ausschließlich über Samen.
Sollten jedoch Unsicherheiten in der Bestimmung bestehen, sollte der Kontakt unbedingt gemieden werden!
Was tun, wenn man Riesenbärenklau auf seinem Grundstück hat?
Eigentümerinnen und Eigentümer sind selbst verpflichtet Riesenbärenklau auf den Flächen ihres Grundstücks zu entfernen und müssen selbst tätig werden – oder ein Gartenbauunternehmen damit beauftragen – wenn sie den Riesenbärenklau loswerden wollen. Im Bereich öffentlicher Plätze oder an frequentierten Straßen- und Wegen im städtischen Eigentum sogt die Stadt Balve für die regelmäßige Beseitigung des Riesenbärenklaus.
Sobald Sie dem Riesenbärenklau zu Leibe rücken, achten Sie unbedingt auf folgende Tipps:
- Schutzkleidung:
Ein Ganzkörperschutz ist immer nötig, wenn man Riesenbärenklau-Pflanzen scheidet und entfernt. Dies bedeutet, dass eine Kopfbedeckung, eine lange Jacke, eine feste Hose, feste Schuhe sowie Handschuhe und Schutzbrille getragen werden sollten.
- Arbeitszeit:
Man sollte nur bei bedecktem Wetter oder abends arbeiten, da die Pflanze sogenannte phototoxische Giftstoffe enthält, die ihren Effekt in Verbindung mit Sonnenlicht verstärken.
- Ausgraben und vernichten:
Im Frühling sollte man die Wuchsorte vom vergangenen Jahr kontrollieren. Ist dort Riesenbärenklau nachgewachsen, sollte man die noch niedrigen Pflanzen samt Vegetationskegel an der Wurzel ausgraben und vernichten. Wichtig: Nur die oberirdischen Pflanzenteile abzuschneiden oder in den Wurzelstock zu hacken, reicht nicht aus.
- Vernichten zum richtigen Zeitpunkt:
Im April, wenn das Wachstum der Pflanze gerade beginnt, sollte man die Pflanze ausgraben. Dabei ist ein Abstechen der Wurzel in 15 cm Bodentiefe erforderlich, um einen Neuaustrieb zu verhindern.
Sollte der Riesenbärenklau bereist in seiner Blüte stehen (ca. Juni/Juli), ist das Kappen sämtlicher Blütendolden vor der Samenreife besonders wichtig, um ein Verbreiten der Samen zu verhindern. Ob die Samen ausgereift sind oder nicht, erkennt man an der Mitteldolde, wenn diese schweren grünen Samen ausgebildet hat. Infolge des Abschneidens sämtlicher Blütendolen stirbt die Pflanze ab. Als Blütendolde bezeichnet man die vielen kleinen weißen Blüten, die wie flache Teller aussehen.
- Entsorgung:
Die Überreste des Riesenbärenklaus dürfen auf keinen Fall auf der Fläche kompostiert werden, auf der Fläche liegen gelassen werden oder auf den Kompost bzw. in die Biotonne geworfen werden. Ein Entsorgen über den Grünabfall ist nicht zulässig. Die Pflanzenteile und Samenstände sollten gut verpackt in einem Müllsack oder in einer Tüte in der Restmülltonne entsorgt werden.
- Nachkontrolle:
Um den Riesenbärenklau erfolgreich zu bekämpfen, sollte man die Wuchsorte auf Keimpflanzen und Notblüten immer wieder kontrollieren.